Historie der Adolph-Diesterweg-Schule Weidenhausen
Die Geschichte der Schule in Weidenhausen ist eng mit der hessischen Bildungsreform der 1960er Jahre verknüpft.
1. Der Aufbruch (1966)
Die Einweihung der Schule im Jahr 1966 fiel in die Ära der sogenannten „Mittelpunktschulen“. In dieser Zeit wurden die kleinen, oft einklassigen Dorfschulen aufgelöst, um in größeren, modern ausgestatteten Zentren einen besseren Unterricht zu ermöglichen. Die ADS Weidenhausen wurde als eine solche moderne Zentralschule für die Region Gladenbach konzipiert.
2. Namensgebung und Geist
Die Wahl des Namens „Adolph Diesterweg“ war ein Statement: Man wollte weg vom autoritären Drill der Vergangenheit und hin zu einer Pädagogik, die das Kind ins Zentrum stellt. Der Standort am Himerichsweg bot Platz für moderne Klassenräume und eine Sporthalle, die bis heute auch das Herz des lokalen Vereinslebens (z. B. für den TTC Weidenhausen) ist.
3. Entwicklung zur Grundschule
Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich die Schullandschaft. Heute ist die ADS primär eine Grundschule (teilweise mit Förderstufe/inklusiven Angeboten), die für ihre enge Bindung an das Dorf und ihre engagierte Elternschaft bekannt ist. Das Motto der Schule „Gemeinsam viel bewegen“ spiegelt Diesterwegs Ideal der Gemeinschaft und Aktivität wider.
Quellen & Weiterführendes
- Biografie: Digitales Wörterbuch der Pädagogik – Diesterweg
- Schulprofil: Offizielle Website der ADS Weidenhausen
- Ortsgeschichte: Festschrift 675 Jahre Weidenhausen (2011) – hier finden sich Details zur baulichen Entwicklung des Himerichswegs.
- Pädagogik: Bloth, H. G. (1966): Adolph Diesterweg. Sein Leben und Wirken. (Interessanterweise im selben Jahr erschienen wie die Schulgründung!)
Wer war Adolph Diesterweg? (1790–1866)
Friedrich Adolph Wilhelm Diesterweg gilt als der „Lehrer der Lehrer“. Er war einer der bedeutendsten Pädagogen des 19. Jahrhunderts und ein furchtloser Kämpfer für das Bildungswesen.
Seine Kernbotschaften:
- Bildung für alle: Er forderte, dass Bildung nicht vom Geldbeutel oder der sozialen Herkunft abhängen dürfe.
- Trennung von Kirche und Schule: Diesterweg wollte die Schule aus der kirchlichen Aufsicht lösen. Er setzte sich für eine staatliche, konfessionslose Schule ein – was ihn damals zur Zielscheibe konservativer Kräfte machte.
- Selbsttätigkeit: Sein wichtigster Leitsatz war die „Erziehung zur Selbsttätigkeit“. Schüler sollten nicht nur auswendig lernen, sondern lernen, kritisch zu denken und eigenständig zu handeln.
- Professionalisierung: Er gründete Lehrerseminare und Fachzeitschriften, um die Ausbildung und das Ansehen der Lehrer zu verbessern.
„Jeder soll nach seiner Fähigkeit und Begabung, wenn es sein kann, in den Himmel wachsen.“ – Adolph Diesterweg
Dieses Video erklärt die Biografie und die wichtigsten pädagogischen Ansätze von Adolph Diesterweg auf einfache Weise.
